VEREINFACHUNGSREGELUNGEN FÜR DEN LEISTENDEN UNTERNEHMER UND LEISTUNGSEMPFÄNGER

Aufgrund der Urteile des Bundesfinanzhofs vom 13.06.2018 und 21.06.2018 wurde die Pflichtangabe der vollständigen Adresse des Leistungserbringers auf Rechnungen gemäß §14 UStG zu Gunsten des Rechnungsstellers und Rechnungsempfängers gelockert. Es reicht die Angabe einer Anschrift, unter der der Leistungserbringer postalisch erreichbar ist, seine wirtschaftliche Tätigkeit muss nicht unter dieser Anschrift ausgeübt werden. Somit ist in vielen Fällen der Vorsteuerabzug i. S. d. §15 UStG für den Leistungsempfänger unkritisch.

Wörtlich lautet das Urteil: „Es reicht jede Art von Anschrift, sofern der leistende Unternehmer bzw. der Leistungsempfänger unter dieser Anschrift erreichbar sind. Dabei ist es unerheblich, ob die wirtschaftlichen Tätigkeiten des leistenden Unternehmers unter der Anschrift ausgeübt werden, die in der von ihm ausgestellten Rechnung angegeben ist. Verfügt der leistende Unternehmer bzw. der Leistungsempfänger über ein Postfach, über eine Großkundenadresse oder über eine c/o-Adresse, genügt die jeweilige Angabe in der Rechnung den Anforderungen des §14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG an eine vollständige Anschrift.“ (BFH-Urteile vom 13.06.2018, XI R 20/14, BStBl II und vom 21.06.2018, V R 25/15, BStBl II, und V R 28/17, BStBl II)

Der Korrekturaufwand der Rechnungen wird in Folge dessen deutlich zurückgehen und eine Eingangsrechnungsprüfung erheblich erleichtern.