WEITERE ANWENDUNG DER KLEINUNTERNEHMERREGELUNG UND STEUERN SPAREN DURCH IMMOBILIENVERÄUSSERUNGEN UNTER EHEGATTEN

Im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen läuft der bisherige Kleinunternehmer gemäß § 19 UStG auf die Gefahr, dass aufgrund des zusätzlichen Umsatzes eine bisherige Kleinunternehmerregelung aufgehoben wird. Da der Umsatz des gesamten Unternehmers und nicht der einzelnen Firma maßgeblich für die Anwendung des §19 UStG ist, wird die Umsatzgrenze in Höhe von 17.500 €/Jahr schnell überstiegen.

Zur Verdeutlichung dient folgendes Beispiel:

Der bis dato angestellte Architekt Hans Müller vermietet eine Ferienwohnung, der Jahresumsatz beträgt 10.000 € (Gebäude ist bereits voll abgeschrieben und seit über 10 Jahren im Eigentum von Herrn Müller). Da es sich bei dieser Art von Vermietung um eine kurzfristige Beherbergung von Fremden handelt, ist diese Leistung umsatzsteuerpflichtig. Damit Hans Müller keine Umsatzsteuer auf seinen Rechnungen ausweisen muss, um somit einen Preisvorteil gegenüber seiner umsatzpflichtigen Konkurrenz zu haben, wendet er die Kleinunternehmerregelung des §19 UStG an. Zwei Jahre später bekommt Hans Müller die Möglichkeit, das Architekturbüro seines Chefs als Nachfolger zu übernehmen. Das Architekturbüro hat einen Umsatz von 500.000 €/Jahr. Somit würde der umsatzsteuerpflichtige Unternehmer Müller die Umsätze der Kleinunternehmerregelung deutlich übersteigen und auch auf den Rechnungen für die Vermietung der Ferienwohnung Umsatzsteuer ausweisen müssen.

Folgende Möglichkeit bietet sich Herrn Müller zur Umgehung des Problems:

 Er könnte die Ferienwohnung an seine Ehefrau verkauft werden, diese ist angestellt in einem Büro und hätte somit nur einen umsatzsteuerpflichtigen Umsatz i. H. v. 10.000 €. (Anwendung der Kleinunternehmerregelung weiterhin möglich)

Durch den Verkauf an seine Ehefrau erfolgt keine Besteuerung gem. § 23 EStG, da die Immobilie länger als 10 Jahre im Eigentum von Herrn Müller war. Jedoch wird durch den Erwerb der Ehefrau neues Abschreibungsvolumen in Höhe des Kaufpreises generiert; dies wirkt sich in den Folgejahren steuermindernd aus.